die Bastelecke

die Bastelecke

Inspiriert durch https://plaintron.wordpress.com möchte ich nun endlich mal wieder ein paar Beiträge veröffentlichen. Den Auftakt möchte ich mit der privaten Bastelecke starten.

Als Student hatte ich neben dem Studium eigentlich immer eine kleine Bastelecke mit einem analogen Scope, einem Funktionsgenerator, einem Breadboard sowie einem Lötkolben:

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Als es dann an die Diplomarbeit ging trat das private Basteln ziemlich in den Hintergrund, weil man ohnehin gerade an spannender Elektronik gearbeitet hat. Und so verkaufte ich zum Ende meines Studiums fast mein ganzes Equipment bis auf die Bauteile. (Darum habe ich zum Beispiel auch noch etliche Atmel AT90S1200 Mikrocontroller, die nicht mal RAM haben ;)) Ein paar Jahre lang dachte ich dann auch, man könne ja einfach bei der Arbeit das Basteln, was man gerade tun möchte. Am Arbeitsplatz war man ja immer sehr gut ausgestattet. Es stellte sich jedoch heraus, dass man es eben doch nicht tut. Und egal wie spannend die Sachen bei der Arbeit sind, ab und zu möchte man einfach ein paar Dinge selber verfolgen und ich entschloss mich das Heimlabor wieder aufleben zu lassen. Die ersten Schritte hierzu sieht man ja bereits in den Reparaturbeiträgen, die noch im alten Haus stattfanden.

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Wie man sieht hat sich die Ausrüstung dabei auch gleich ziemlich erweitert (leider habe ich kein Bild mehr mit einem aufgeräumten Tisch und richtige Licht. Etwas ansehnlicher sieht der Tisch im Beitrag zur Kalibrierung des Datron 1071 aus). Ein einigermaßen vernünftiges DSO (so vernünftig wie man es sich ohne Ehekrise halt anschaffen kann 😉 ) ist dazugekommen, sowie einige Tischmultimeter im Laufe der Zeit. Ich möchte in diesem Artikel jedoch nicht auf einzelne Geräte eingehen, dass soll in anderen Artikeln folgen. Worauf ich eher eingehen möchte ich die Organisation des Platzes. Damals, wie auch jetzt im eigenen Haus habe und hatte ich ein etwa 12m² großes Arbeitszimmer. In diesem Zimmer muss neben der Elektronik auch noch der private Papierkram erledigt werden, sowie ein Computer seinen Platz finden. Grundlage war damals ein IKEA Schreibtisch mit einer großen ESD-Matte. Um die Geräte vernünftig Bedienbar unterzubringen musste eine zweite Ebene her. Es fand sich noch ein Möbelbrett im Keller mit einer gut passenden Tiefe. Mit ein paar Möbelfüßen aus dem Baumarkt erhielt mein Schreibtisch so seine zweite Ebene. Der Schreibtisch mit dem Computer stand gegenüber vom Elektronik Schreibtisch. Ursprünglich hielt ich das für eine gute Idee um den Papier und Computerkram von Lötzinn und anderem Bastelkram sauber zu halten, aber sobald man Mikrocontroller programmieren und auch testen will oder auch Messaufbauten vom Rechner aus steuern will lässt sich diese strikte Trennung nicht mehr einhalten und dann ist die Entfernung sehr störend gewesen. Mit der Zeit ist die Menge an Messgeräten auch nicht gerade kleiner geworden und viele fanden keinen Platz mehr auf dem Schreibtisch und wurden nur bei Bedarf hervorgeholt. Somit hat man sie auch seltener benutzt.

Beim Umzug in das neue eigene Haus war also klar: Es muss mehr Platz für die Elektronik geschaffen werden! Zudem muss der Computer wieder näher an den Ort des Geschehens rücken! Ich merkte schnell, dass man mit handelsüblichen Schreibtischen hier nicht weit kam. Die meisten Schreibtische hatten nicht die Tiefe, die ich gern gehabt hätte. Mittlerweile habe ich viele alte HP Messgeräte, ein 7000er Tek Scope usw. Diese Geräte sind alle um die 50cm tief. Mit so einem Geräte auf einem 90cm tiefen Schreibtisch ist dann nicht mehr viel Platz zum Basteln. Es sollte also mindestens 1m Tiefe geben und dabei trotzdem noch erschwinglich bleiben.

Der erste Gedanke zu einer robusten und erschwinglichen Arbeitsplatte waren Küchenarbeitsflächen. Ich habe dann viele Läden abgeklappert, aber die konnten mir alle nur 60cm Tiefe anbieten. Bis ich zu OBI kam 🙂 Die hatten sowas zwar auch nicht da, aber die meinten bis 1,20 Tiefe könne man bestellen. Mit dieser Info musste ich dann noch ein paar Tage in mich gehen. „Will ich in meinem nur 12m² großen Arbeitszimmer wirklich so eine monstermäßig tiefe Platte haben?“ Selbstverständlich kann man das Ende der Platte nicht erreichen, wenn man auf einem Stuhl daran sitzt, aber das wollte ich ja auch gar nicht. Ich stellte also mal ein paar Geräte auf den Boden und steckte das Maß der neuen Schreibtischtiefe ab um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sehr man den Raum damit zubauen würde.

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Beim weiteren nachdenken über die Tiefe des Tisches fand ich es immer innteressanter vielleicht direkt die vollen 120cm Tiefe zu bestellen. Damit könnte man die ersten 60cm für Geräte nutzen und hätte selbst bei so 50cm Monstern noch 10cm Platz für die Kabel und Geräte die nicht so tief sind rückt man einfach nach vorne. Passenderweise hat die von mir bisher eingesetzte ESD-Matte auch eine Tiefe von 60cm und würde so genau bis an die Messgeräte heranragen. Nach kurzem hin- und herüberlegen entschied ich mich dafür 120cm Tiefe Arbeitsplatten zu bestellen, die die gesamte Breite meines Raumes abdecken würden. Das wäre dann eine Breite von fast 4m (in Wirklichkeit nur ca. 3,75 ;)). Ich bestellte eine Platte mit 2m Breite und eine mit dem Rest und einer Ausklingung für den Schornstein. Ich unterteile die Platten, weil ich dachte man würde 4m niemals am Stück transportieren können.

Als die Platten dann mitten in unser Umzugschaos kamen und so im Flur standen wurde mir erst bewusst wie monströs sie doch sind :). Noch schlimmer als die Größe war deren Gewicht, dass in den ersten Stock getragen werden wollte..

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Mit vereinten Kräften wurden die Platten dann hochgewuchtet. Im Zimmer wurden dann rundrum Leisten an die Wand geschraubt, so dass die Platten überall an der Wand auflagen. Die Platten selber wurde mit den typischen Küchenspannvorrichtungen zusammengezogen. Zusätzlich zur Wandauflage verteilte ich noch die Beine meiner alten IKEA Schreibtische unter den Platten. Die Messgeräte wiegen schließlich eine ganze Menge und ich wollte verhindern, dass die Platten gleich anfangen durchzuhängen. (Alleine der Spektrumanalyser wiegt 40kg!!).

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Die Sache mit dem Tisch auf dem Tisch im alten Bastelzimmer gefiel mir so gut, dass ich das auf jeden Fall wieder haben wollte. Außerdem wäre ohne diese zweite Ebene auch einfach zu wenig Platz vorhanden. Also besorgte ich mir eine 2m Breite Standard-Küchenplatte (die sind dann 60cm Tief, was sehr gut zu meinem Vorhaben passt) und sechs schicke Möbelfüße aus der Restpostenbox. Die Rohre der Möbelfüße haben einen recht großen Durchmesser, darum habe ich nur die äußeren vier festgeschraubt und die inneren beiden stehen nur unter der Platte. So kann ich sie ganz leicht verschieben, wenn ich die Geräte mal wieder anders anordnen will. Man merkt aber trotzdem deutlich, was die Stützen für Kraft aufnehmen, wenn man sie entfernt :).

Und so sieht meine Bastelecke aktuell aus (die Kamera und die untergehende Sonne sind nicht die besten Freunde…):

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Fast alle Geräte, die man auch wirklich nutzt haben ihren Platz gefunden. Ich habe unter die Tischplatten dann noch ein Regal gebaut. Die Seitenwände dieses Regals stützen die Platten so noch zusätzlich ab. Zudem kann man nie genug Platz für Ordner und weitere Geräte und Stapelboxen haben ;). Bei 120cm Schreibtischtiefe stört es auch überhaupt nicht, wenn man an der Arbeitsplatte sitzt. Trotzdem habe ich das Regal nicht unter dem Computerbereich gemacht. Hier kann man sich nun in den Stuhl lümmeln wie man will ohne, dass man mit den Füßen die Wand schmutzig macht :).

Natürlich hat man nicht nur Geräte die man fein säuberlich hinstellen kann. Man hat auch noch diverse Probes, Breadboards, diverse Messadapter usw usw. und natürlich auch jede Menge Bauteile. Der ganze Kram will ja auch irgendwo hin sortiert werden.

Erst habe ich lange nach einem alten Kartenschrank gesucht. Jedoch sind die meisten davon doch eher hässlich gewesen, teuer und eigentlich auch viel zu tief. Auch das abklappern diverser Büroläden brachte keinen erschwinglichen Schrank mit möglichst vielen Schubladen zum Vorschein. Darum habe ich mir am Ende einfach eine ganze Menge (6 +2) IKEA Helmer gekauft. Die Blechschubladen sind recht stabil, haben eine gute Größe und vor allem sind diese Schränke nicht allzu teuer. Die Rollen habe ich beim Zusammenbau weg gelassen, damit es etwas besser aussieht.

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So habe ich 36 Schubladen an der Wand stehen und zwei weitere Helmer habe ich links und rechts an der Arbeitsplatte. Am Computer mit normalem Schreibtischkram (Stifte, Locher usw) und auf der anderen Seite ist das Werkzeug untergebracht, damit man sich beim basteln nicht immer zu den anderen Schubladen umdrehen muss.

Einige der Schubladen habe ich dann noch mit Plastikfächern unterteilt, damit der Kram nicht wild umher fliegt. Hier zum Beispiel meine Breadboard Schublade:

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Der nicht so ansehnliche Kram, um den man aber als Bastler ja nicht drumrumkommt, ist bei mir hinter der Tür verschwunden:

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So es ist nun doch recht lang geworden :). Mich würde interessieren wie Eure Bastelecken so aussehen? Wie habt Ihr die Aufbewahrung der Bauteile gelöst? Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.

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