Kalibrierung des Datron 1071

Kalibrierung des Datron 1071

Nachdem das Datron 1071 dann nun endlich lief und wirklich bereit für eine Kalibrierung war musst natürlich noch das Problem des fehlenden Kalibrierschlüssels gelöst werden. Ohne den Schlüsselschalter auf der Rückseite des Geräts auf die Kalibrierstellung zu schalten lässt sich das Gerät nicht kalibrieren. Also das Gerät wieder geöffnet… An den Schlüssel gehen nur zwei Leitungen, die dafür genutzt werden einen Massekontakt zu schließen. Ich habe kurz überlegt einen Schalter in die Rückseite zu bauen, aber ich hatte keinen schönen da und außerdem wollte ich so wenig wie möglich an dem Gerät verändern. Also habe ich den Schlüsselschalter ausgebaut, zerlegt und die Zuhaltungen entfernt.

cal_key

So lässt sich der Schalter nun ganz leicht mit einem Schraubendreher umlegen und der originale Schlüssel würde auch noch passen (naja, nun passt halt ALLES 😉 ).

Ich habe den Schalter also umgelegt und wollte loslegen, aber es tat sich gar nichts. Laut Service Manual hätte „cal“ im Display erscheinen müssen. Aber das Gerät zeigte nichts an. Ein kurzer Durchlauf der Testfunktion zeigte, dass die „cal“ Anzeige sehr wohl funktionierte, aber er schaltet nicht um. Na, toll also die nächste Fehlersuche?

Ich habe das Gerät also mal wieder geöffnet, in die Unterlagen gesehen und geschaut wo das Signal zu finden sein müsste. Anschließend habe ich am entsprechendem Pullup gemessen und man konnte einen ganz sauberen Pegelwechsel beim Schalten feststellen. Hmm, ok der Schalter an sich und die Verkabelung ist also in Ordnung. Wird das Signal evtl. ab hier nicht mehr weitergereicht? Also wieder in die Schaltpläne gesehen. Im Prinzip liegt das Signal fast direkt auf dem Datenbus des Controllers. Dazwischen sitzt nur noch ein TriState Buffer. Also das Scope angeworfen, auf die ENABLE Leitung getriggert und siehe da das Bit auf dem Bus ist bei angesprochenem TriState Buffer genau so wie es sein soll?!?!? Und warum geht es dann nicht?

In meiner Verzweiflung habe ich dann im Mikrocontrollerforum nachgefragt ob sich jemand mit dem Gerät auskennt. Ich habe dann sehr schnell einige Tipps von Dieter bekommen (Danke noch mal an dieser Stelle). Er hat mir noch einige Stellen rund um den Prozessor genannt die hier noch involviert sind. Also wieder in den Schaltplan geschaut und die entsprechenden Stellen gesucht. Alle Transistorschaltungen rundrum überprüft, aber das scheint alles in Ordnung zu sein. Mir fiel dann noch auf, dass mein Board wieder mal nicht zu den Schaltplänen passt, da werden die also noch mal ein paar Dinge geändert haben.

Es sind also wieder zwei Abende mit herummessen usw. ins Land gegangen. Ich war kurz davor bei einer gerade laufenden eBay Auktion auf ein weiteres Gerät zu bieten um einen funktionierenden Vergleich zu haben. Zum Glück hab ich das gelassen :). In meiner Verzweiflung begann ich dann mal die optionalen Baugruppen abzuklemmen. Zuerst GPIB. Und siehe da nun erscheint mit einmal „cal“?!?! Ich habe das gleich im Forum berichtet und dann meinte Dieter sich an eine Stelle im Handbuch zu erinnern die eine gewisse DIP Schalterstellung des GPIB Moduls vorschreibt um mit dem Keyboard am Frontpanel kalibrieren zu können. Mit seinem Tipp also mal die Schalterstellung entsprechend geändert und siehe da: ES GEHT!!! Daraufhin habe ich natürlich erst mal die Stelle im Handbuch gesucht und siehe da:

cal_sm

Es steht da tatsächlich! Aber wer liest denn in einem 150 Seiten Service Handbuch den Abschnitt über die Kalibrierung über den Bus, wenn man eh von Hand kalibrieren will??? Ein kleiner Tipp in dem Abschnitt hätte mir die Abende gespart 🙂

Naja, der Rest war dann recht unspektakulär. Alles schön über Nacht warmlaufen lassen und dann alle Bereich kalibriert. Zuvor habe ich mir noch die beschriebenen Aufsätze gebaut um die Linearität und den Eingangsstrom zu kompensieren. Dann alle Leitungen schön verdrillt und die besten kurzen mit den goldenen Kontakten genutzt um die Multimeter zu verbinden.

Das Datron hat die Anschlüsse leider auf der anderen Seite wie das 3458A und weil meine Kabel mit den Goldkontakten zu kurz sind musste das 3478A als Stütze dienen. Außerdem sieht es doch hübsch aus:

kalibriert

Auf dem Bild sieht man auch, dass man das 3478A bei der Gelegenheit auch noch mal nachjustieren konnte, das wurde dann auch noch erledigt.

Hier noch mal ein Bild mit einem ungeheiztem LM399. Nun zeigen alle Geräte sehr schön das Gleiche an :).

lm399
Das 3458A musste ich leider wieder abgeben :(.

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